Freundeskreis Cusco
Casa Verde
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CASA VERDE CUSCO – NACHRICHTEN 2013

Liebe Freunde der Casa Verde Cusco!

Das vergangene Jahr 2013 war für unsere Casa Verde Cusco ein Jahr voller Höhen und Tiefen.

Über die Höhen dürfen wir uns freuen und sicherlich auch ein wenig stolz sein – und aus den Tiefen ziehen wir Erfahrungen, aus denen wir gestärkt in die Zukunft blicken dürfen.

Diese Casa Verde Cusco Nachrichten sollen Zeugniss über diese Erfahrungen ablegen, Ihnen als unsere treuen Unterstützer einen kleinen Einblick in unser Leben in Casa Verde Cusco geben und schließlich ein Dankeschön für Ihre Treue, Ihr Vertrauen und Ihre Solidarität sein. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen! Für unsere Schützlinge aus Cusco begann das Jahr 2013 ja mit sehr vielen neuen Erfahrungen, da sie ja, wie in den letzten Tagebuchnotizen bereits erwähnt, Weihnachten und den Jahreswechsel bei ihren „Casa Verde Schwestern“ in Arequipa verbringen durften. Da war wohl erst einmal die fröhliche und ausgelassene Neujahrsfeier mit Getränken,Naschzeug,Musik, Tanz, Gesang, Freunden, viel Lachen und natürlich einem atemberaubenden Feuerwerk. So konnten selbst unsere Kleinsten ganz groß feiern und fielen dann erschöpft in ihre Betten, sodass wir dannnoch am nächsten Morgen mit einigen Schlafmützen zu kämpfen hatten.

Daher ließen wiresam Morgen des 1 Januar erst mal langsam angehen, damitunsere Partykinder sich noch etwas erholen konnten! So träumten wir noch ein bisschen von den Abenteuern des letzten Jahres unddavon, was uns wohl dieses Jahr alles erwartet?!

Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Unser alljährlicher einwöchiger Sommerausflug ans Meer von Camana. Gerade bei unseren Mädchen aus Cusco war es wohl für die meisten das erste Mal, dass sie am Meer waren und in den Wellen des doch recht kalten Pazifiks planschen konnten. Wir teilten uns ein Haus am Strand mit einemanderenKinderheim, sodass im Haus immer viel Leben war!

Zu Beginnteilten wir alle Kinder in 5 Gruppen ein, wie die Seesterne,Haie,Wellen,Delfine und Tintenfische!

Die Teams aßen, putzten und traten an Wettbewerben gemeinsam an!

Fußball, Volleyball, Pyramiden aus Menschen und andere lustige Wettbewerbe standen auf der Tagesordnung! Danach durfte dann nach Herzenslust gespielt und geplanscht werden! Natürlich alles unter den wachsamen Augen unserer Betreuer, da das Meer hier sehrwild ist. Zum Glück wurde alles ohne größere Schäden überstanden!

Abends gab es dann Talentshows, Theater und eine Kinderdisco bei der alle sehr viel Spaß hatten!

Nach 1 Woche hieß es dann leider Abschied nehmen von Strand, Meer und den neugewonnenen Freunden! Auf ein baldiges Wiedersehen!

Danke für die gemeinsame Zeit und ein herzliches Dankeschönan Sie, dass Sie uns dies ermöglicht haben!

Zurück in Arequipa gab es für unsere Mädels aus Cusco dann auch noch andere Ferienaktivitäten wie ein Besuch in der Bücherei, diverse Ausflüge, ein Theaterbesuch sowie Aktivitäten wie Schwimmen, Tanzen und Sport.

Und dann hieß es „zurück nach Cusco - bis zum nächsten Jahr“!

Dort wurde erst einmal sehr individuell mit allen Kindern an ihren schulischen Stärken und Schwächen gearbeitet. Und da so einige doch mit einem erheblichen schulischen Rückstand zu uns kamen, gibt es in diesem Bereich wirklich sehr viel Arbeit. Unsere Jugendlichen Flor, Damaris und Heydi wurden in das sogenannte PRONOE eingeschrieben, eine Form der Beschulung, die nur am Wochenende stattfindet (wie eine Art Abendschule) und uns die Möglichkeit gibt, unsere Jugendlichen mit Praktika in Hinblick auf eine zukünftige Ausbildung zu konfrontieren.

Und auch geschafft wurde im Hause. Die Regenfälle des „Sommers“ hatten doch so einige Spuren hinterlassen und überhaupt gibt es in Casa Verde Cusco noch so einiges zu verbessern, angefangen bei den maroden Wasserleitungen, elektrischen Installationen, Fußböden und ähnliches, und so legten die Kinder natürlich mit Hand an, unser Haus wieder wohnlich zu machen.

Recht viel Bewegung hatten wir, eher zu unserem Bedauern, im Personalbereich. Seit März hatte die pensionierte Lehrerin Señora Carmen die Leitung in Casa Verde Cusco übernommen. Señora Carmen hat bereits in anderen Projekten, wie zum Beispiel dem Zentrum zur Prävention von sexueller Gewalt in der Stadt Tacna, mit uns gearbeitet und wir durften daher auf ihre Erfahrung vertrauen. In wechselnder Besetzung erhielt die Casa Verde Unterstützung von der „altgedienten“ Tutorin Señora María und Señorita Mercedes aus Casa Verde Arequipa, die sich als Sozialarbeiterin um die Schulanmeldungen, die Dokumentation für das zuständige Kinder - und Frauenministerium und die Kontakte zu den unterschiedlichen Jugendgerichten Cuscos oder seiner Provinzen kümmerte. Unsere Mitarbeiterin Mireia musste uns leider verlassen, zumindest bis sie ihren Aufenthaltsstatus und ihre Arbeitserlaubnis reguliert hat. Herzlichen Dank für die Mitarbeit und viel Glück für die Zukunft!

Für einige Zeit wurde das Team auch von einer Psychologin unterstützt, die uns jedoch recht bald wieder verlassen musste.

Und auch in den Reihen der Kinder gab es in der ersten Hälfte des Jahres Zuwachs. Dominga, die ältere Schwester von Magnolia wurde über das zweite Jugendgericht Cuscos zugewiesen, da der alleinstehende Vater, dessen Gesundheitszustand ihm nur stundenweise Arbeiten erlaubt, seine zweite Tochter kaum noch versorgen konnte.

Bedauerlicherweise läuft auch in Casa Verde Cusco nicht immer alles so wie man es sich wünscht und so zogen ab Monat Mai etwas dunklere Wolken am Casa Verde Himmel auf, die uns für einige Zeit ganz schön beschäftigten und unnötigen Ärger bereiteten. Das Verhalten unserer ältesten Casa Verde Bewohnerin Flor (17), die ja rund ein dreiviertel Jahr nach ihren 4 Geschwistern vom ersten Jugendrichter Cuscos Casa Verde zugesandt wurde, wurde zunehmend rebellisch bis hin zu herausfordernd, was bisweilen sogar die grenzenlose Geduld unserer Mitarbeiter auf eine harte Probe stellte. Darüber hinaus erschwerte auch das Verhalten des Vaters der Kinder eine pädagogisch sinnvolle und nachhaltige Arbeit mit den Kindern, da er sich, entgegen der Vereinbarungen mit uns und dem Jugendgericht, immer häufiger „heimlich“ mit Flor traf und bei diesen Treffen Flor und ihre jüngere Schwester Heydi zunehmend gegen Casa Verde aufstachelte und in ihrer rebellischen Haltung bestärkte. Von unseren Mitarbeiterinnen zur Rede gestellt, wandte sich der Vater ans Jugendgericht, um dort anzugeben, seine Kinder würden in Casa Verde vernachlässigt und sogar misshandelt. Eine übereifrige Sozialarbeiterin des Jugendgerichtes erwirkte, ohne wirklich mit uns Rücksprache gehalten zu haben, dass die 5 Geschwister, entgegen deren Willen aus Casa Verde in ein anderes Heim überwiesen wurden und erstattete überdies Anzeige gegen Casa Verde, um die Schliessung von Casa Verde zu erwirken. Es bedurfte der intensiven Intervention unserer Rechtsanwältin, alles wieder ins rechte Licht zu rücken und unsererseits eine Anzeige gegen die Sozialarbeiterin wegen Amtsmissbrauch zu erstatten (wobei wir erfuhren, dass diese Sozialarbeiterin bereits zwei Anzeigen anhängig hatte). Obwohl wir schliesslich Recht erhielten, waren plötzlich nur noch zwei Mädchen, nämlich Magnolia und Damaris in Casa Verde verblieben und wir hatten überdies mit einem geschädigten Ruf zu kämpfen

In dieser Zeit übernahm übergangsweise die Krankenschwester Señora Fabiana die Leitung der Casa Verde Cusco. Von den Mädchen wurde die sehr liebevolle Señora Fabiana schnell ins Herz geschlossen.

Nun, auch schwierige Zeiten ändern sich und haben ja auch immer etwas Gutes an sich – wir sind um einige Erfahrungen reicher und als Casa Verde Team umso gefestigter.

Nach einigen Besuchen und Gesprächen mit den zuständigen Behörden wurden uns dann im Oktober wieder die ersten Kinder zugewiesen. Verónica, gerade 12 Jahre alt geworden, Ronny ihr 5 jähriger Bruder und die 14 jährige Jenny gehöhren seitdem zur Casa Verde Familie und haben sich bereits prächtig eingelebt. Während Verónica und Ronny Opfer massiver Gewalt und extremer Vernachlässigung von Seiten ihrer Stiefmutter geworden waren, musste sich Jenny kurz vor ihrer Zuweisung nach Casa Verde mit dem plötzlichen Kindstod ihrer neugeborenen Tochter auseinandersetzen, Produkt einer Vergewaltigung seitens des Lebensgefährten ihrer Mutter, die keine Massnahmen zum Schutze ihrer Tochter unternahm.

Es ist für uns immer wieder ein kleines Wunder, mitzuerleben, mit welcher Kraft und Lebensfreude unsere Kinder, allem erlittenen Schmerz zum Trotz, einen neuen, kraftvollen Weg in ihrem Leben bestreiten.

Nur kurze Zeit später haben wir auf die gewachsene Zahl der Kinder mit einer Neueinstellung einer Leitung für Casa Verde Cusco reagiert. Señorita Liliana, eine 26 – jährige, in der Arbeit mit Kindern erfahrene Psychologin, übernimmt seit November die Leitung von Casa Verde Cusco, unterstützt von Señora Fabiana als Tutorin und eine Aushilfskraft für die Sonntage.

Viel Erfolg in der Arbeit wünschen wir!

Gemäss unserer Philosophie in der Arbeit mit den Kindern, sind alle Kinder in ein individuell auf sie zugeschnittenes Förderprogramm eingebunden. Damaris besucht, wie bereits erwähnt, als Älteste ein sogenanntes PRONOE, eine Schule, die sie nur am Wochenende besucht und ihr ermöglicht nebenher eine Ausbildung im Tourismus – und Hotelbereich zu beginnen. Jenny besucht ebenfalls das PRONOE und wir werden sie im Laufe des kommenden Jahres mit kleinen vorbereitenden Kurzausbildungen fördern. Magnolia hat nach rund eineinhalbjähriger Förderung von Seiten unserer Mitarbeiterinnen ihre Lernschwierigkeiten zunehmend in den Griff bekommen und besucht mittlerweile die vierte Klasse der Grundschule. Die fast immer fröhliche Verónica besucht ebenfalls die Grundschule und unser Nesthäkchen Ronny, der mit seinen Streichen die Casa Verde Bewohner immer wieder zum Lachen bringt, besucht noch den Kindergarten.

Immer bemüht die Gesundheit der Mädchen zu gewährleisten, wurden allesamt einem Generalcheck unterzogen, die Blutgruppe bestimmt, Blut- und Stuhluntersuchungen veranlasst, gegen Parasiten behandelt wo nötig, aber auch auf die psychische Gesundheit der Kinder wurde in Zusammenarbeit mit dem psychologischen Dienst des örtlichen Gesundheitszentrums eingegangen. Zur seelischen Stabilität der Kinder gehören auch, in den Fällen, in denen dies möglich ist, die Besuche von Seiten ihrer Familienangehörigen. Die Zusammenarbeit mit diesen gestaltet sich zwar nicht immer einfach, ist jedoch ein wichtiger Bestandteil für ihr emotionales Gleichgewicht.

Einen Beitrag hierzu leisten unter anderem regelmässige Freizeitaktivitäten, wobei Ausflüge in die nähere Umgebung Cuscos ganz oben

auf der Hitliste stehen. Cusco mal von oben zu betrachten und dabei ein Picknick zu veranstalten, oder ein schöner Stadtbummel durch Cusco’s pitoreske Altstadt. Da kann man die Seele baumeln lassen.

Um auch Zuhause die Seele baumeln lassen zu können und sich so richtig wohl fühlen zu können, sind wir stetig bemüht unsere Casa Verde wohnlich und gemütlich zu gestalten. So einiges wurde schon renoviert, wie zum Beispiel das gesamte Dach, um zu vermeiden, dass uns in der Regenzeit die Betten wegschwimmen, so einiges ist in der unmittelbaren Planung.

So soll als nächstes „Projekt“ unser grosser Aufenthaltsraum unter dem Dach gründlich renoviert und ausgestattet werden, diverse Malerarbeiten im Hause erwarten uns und auch an den sanitären Einrichtungen gibt es so einiges zu verbessern. Ein Dankeschön an dieser Stelle an unsere Grettstädter Freunde, die uns bei diesen Renovierungen unterstützen!

Um die Kinder spüren zu lassen, dass ein jedes wichtig, besonders und einzigartig ist, werden die jeweiligen Geburtstage der Kinder mit ebensoviel Liebe, wie Freude gefeiert und sind mittlerweile zu einer festen Einrichtung geworden, die von allen ungeduldig erwartet werden.

Liebe Casa Verde Cusco Feunde, liebe Unterstützer der Förderkreise aus dem Kraichgau, aus Köln, Wasserburg und Grettstadt. Ich möchte mich im Namen aller großen und kleinen Bewohner der Casa Verde Cusco ganz herzlich für Ihre und eure treue und vertrauensvolle Unterstützung bedanken und dafür das Sie und Ihr es ermöglichen, dass unsere Kinder sich nicht nur besonders, einzigartig und geliebt fühlen dürfen, sondern auch kraftvoll und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken dürfen!

Ich wünsche Ihnen und euch einen möglichst gelassenen Jahresabschluß, ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein gesundes und gesegnetes Jahr 2014!

Es grüßt Sie herzlichst.

Volker Nack und die Casa Verde Cusco Familie!